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Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Seulingen

Erste Hinweise auf das Vorhandensein einer Feuerwehr in Seulingen stammen aus dem Jahre 1889. Da damals keiner bereit war, freiwillig bei der Feuerwehr Dienst zu tun, wurde diese Feuerwehr als Pflichtfeuerwehr geführt. Alle männlichen Einwohner im Alter von 18- 60 Jahren wurden verpflichtet, Dienst zu tun Bis 1933 bestand diese Pflichtfeuerwehr, welche eine alte Handdruckspritze aus dem Jahre 1890 zur Verfügung hatte (im Bild unten links zu sehen). Bei Einsätzen musste sie von 12-16 kräftigen Männern in Bewegung gesetzt werden. Um dieses Gerät zum Einsatzort zu bringen mussten 2 Pferde vorgespannt werden. Durch die zeitraubende Inbetriebnahme der Spritze ist es vorgekommen, dass das Feuer bereits mit Eimerketten gelöscht war, als man an der Brandstelle eintraf.

Ab 1933 wurde unter dem Vorsitz von Johannes Nachtwey die erste Freiwillige Feuerwehr gegründet. Bei der ersten Zusammenkunft meldeten sich 32 junge Einwohner aus Seulingen, welche von Brandmeister Ferdinand Jagemann geführt wurde. Aufgrund der guten Wasserversorgung, die in Jahre 1928 fertig gestellt wurde, hat man im Jahr 1934 zwei Hydrantenwagen angeschafft, und somit die Brandbekämpfung erheblich erleichtert wurde. Zu Beginn des 2. Weltkrieges musste der Brandschutz durch die nicht zum Wehrdienst einberufenen Männer und alle 16- bis 25jährigen Frauen gewährleistet werden. Insgesamt waren 20 Frauen in der Zeit von 1943 bis 1947 in der Feuerwehr tätig. 1941 hat das Zeitalter der Technik auch in der Feuerwehr Seulingen Einzug gehalten Es wurde die erste Motorbetriebene Feuerlöschpumpe beschafft.

Im Jahre 1947 wurde die Freiwillige Feuerwehr unter dem I. Vorsitzenden Franz Dunkel und Ortsbrandmeister Johannes Jung neu gegründet. In den ersten Jahren entwickelte sich die Feuerwehr Zusehens zu einer erfolgreichen jungen Gruppe, welche beachtliche Erfolge im Bereich der Kreis- und Bezirkswettkämpfe erzielten. 1951 und 1956 wurde der Bezirksmeistertitel errungen.

Nicht unerwähnt soll ein Großbrand in unserer Heimatgemeinde bleiben. In den frühen Morgenstunden des 10. Juli 1950 brach ein Großbrand "auf dem Braste" aus. Nur durch den selbstlosen Einsatz der Feuerwehrkameraden und einiger hilfsbereiter Bürger war es möglich, dass weder Menschen noch Tiere zu schaden kamen Selbst die dicht angrenzenden Wohnhäuser blieben verschont.

Von 1950 bis 1953 gliederte man der Feuerwehr einen Spielmannszug an. Dieser musste jedoch, da man keinen musikalischen Leiter fand, wieder aufgelöst werden. Da das alte, an der Kirche gelegene Feuerwehrhaus seit langem nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde 1953 das neue Feuerwehrhaus gebaut, dass auch im gleichen Zuge mit einer Sirene ausgestattet wurde. In den Jahren 1977 und 1978 wurde dann die obere Etage als Schulungsraum ausgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Räume als Wohnung genutzt.

Der bis jetzt genutzte Tragkraftspritzenanhänger wurde im Jahre 1968 durch ein Fahrzeug des Typs LF 8 (Löschgruppenfahrzeug) ersetzt. Mit dieser Errungenschaft wurde die Einsatzbereitschaft erheblich verstärkt. Im darauffolgenden Jahr übernahm Rudi Freckmann das Amt des Ortsbrandmeisters.

Gleich nach seiner Amtsübernahme ging er mit dem Kommando daran eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Am 19. Januar 1969 fand die erste Zusammenkunft von 18 Jugendlichen statt, welche unter der Führung von Arnold Steinhauer und Karl-Peter Muthig bei verschiedenen Leistungswettbewerben stolze Erfolge erzielten. Es wurden zahlreiche Titel auf Kreis- und Bezirksebene errungen, welche die Jugendfeuerwehr Seulingen nicht nur im Altkreis Duderstadt sondern auch im Landkreis Göttingen sehr bekannt machten.

Im Jahre 1970 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Seulingen ihr erstes Funkgerät und wurde somit in die Kreisfeuerwehrbereitschaft des ehemaligen Landkreises Duderstadt aufgenommen. Mit der Gebiets- und Verwaltungsreform in Jahre 1973 wurde die gesamte Struktur des Feuerlöschwesens neu gegliedert. Hierdurch wurde die Feuerwehr Seulingen der Kreisfeuerwehrbereitschaft Göttingen-Ost zugeordnet, wo sie bei größeren Bränden und Katastrophen zum Einsatz kommt. Gleichzeitig wurde Seulingen zusammen mit Ebergötzen zur Stützpunktfeuerwehr erklärt. Die besonderen Aufgaben einer Stützpunktfeuerwehr erfordern auch eine besondere Ausrüstung. Deshalb wurde 1982 ein TLF 8 (Tanklöschfahrzeug) in Dienst gestellt, welches bis heute gute Dienste leistet.

1985 wurde der Gleichwellenfunk im Landkreis Göttingen eingeführt Dadurch wird Alarmierung der Feuerwehren durch die Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Göttingen durchgeführt. Außerdem wurde der einheitliche Notruf 112 eingeführt.

Außerdem wurde in diesem Jahr bei den Wettbewerben der Kreismeistertitel errungen.

Handdruckspritze aus dem Jahr 1890

Bei Grenzöffnung 1989 hatte die Feuerwehr Seulingen auch alle Hände voll zu tun. Sie versorgte die Mitbürger aus der ehem. DDR mit Kaffe und Kuchen. Hierbei entstand auch eine Freundschaft mit der Feuerwehr aus Gernrode (Thüringen), die bis heute anhält.

Am 21. 02. 1991 änderte sich sehr viel in der Feuerwehr Seulingen.

Der langjährige Ortsbrandmeister Rudi Freckmann ist nach 22 Jahren aus Altersgründen aus seinem Amt ausgeschieden. Zum neuen Ortsbrandmeister wurde Heinrich Marx gewählt, zum Stellvertreter wurde Hubertus Jung gewählt Außerdem wurde an diesem Tag ein neues LF8 an die Wehr übergeben. Dieses ist mit einem Hilfeleistungssatz ausgestattet, da die schweren Verkehrsunfälle die letzten Jahre stark angestiegen sind.

Das Jahr 1993 begann mit einem Großbrand auf der Seulinger Warte. Obwohl das Löschwasser über lange Wege herangeschafft werden musste, konnte die Gaststätte vor den Flammen gerettet werden Die Scheune brannte jedoch komplett nieder. Am 26. und 27.06.1993 wurde anlässlich des 60 jährigen Bestehens ein Zeltfest gefeiert. Hier wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Feuerwehr Seulingen ein Feuerwehrkönig ausgeschossen. Mit einer glatten Zehn errang die Scheibe Johannes Hagemann jun. Es wurden außerdem an beiden Tagen Wettkämpfe für den Feuerverband Duderstadt-Eichsfeld ausgerichtet. Am 27.10.1993 wurde der Feuerwehrverein Seulingen gegründet, der im Jahr 2002 zum Feuerwehrverein Seulingen e.V. geändert wurde.

Im Mai 1994 wurden 10 Funkmeldeempfänger angeschafft, um die Alarmierung der Einsatzkräfte zu verbessern. Im Laufe der Jahre wurde der Bestand auf 20 erhöht.

Im Jahre 1996 wurde der Fuhrpark der Feuerwehr erweitert. Es wurde aus Vereinsgeldern ein gebrauchter VW-Bus angeschafft. Dieses Fahrzeugzeug sollte in erster Linie der Jugendarbeit dienen.

Ostern 1998 wurde mit den Bauarbeiten des neuen Feuerwehrhauses am Eutschenpfuhl begonnen. Die Planungen hierfür begannen bereits 1994. Bis zur Einweihung am 17.09.1999 wurden ca. 6000 Stunden von ungefähr 70 Helfern an Eigenleistung erbracht, wobei es sich bei den Helfern nicht nur um Feuerwehrmitglieder handelte.

Am 01.09.1999 gab es wieder einen Wechsel bei der Führung der Seulinger Feuerwehr. Der bisherige Ortsbrandmeister Heinrich Marx musste sein Amt abgeben, da er die Funktion des Abschnittsleiters Ost des Landkreises Göttingen übernahm. Zum Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Hubertus Jung gewählt. Zum neuen Stellv. Ortsbrandmeister wurde Reinhard Schwedhelm gewählt

Im Jahre 2000 wurde ein ELW 1 (Einsatzleitwagen) und ein neues Krad vom Landkreis angeschafft. Beide wurden bei der Feuerwehr Seulingen stationiert.

Stand der Feuerwehr Seulingen 2003

Zurzeit hat der Feuerwehrverein 149 Mitglieder, davon sind 42 aktiv, 24 Mitglieder gehören der Jugendfeuerwehr an.

Im Bild sehen Sie die Freiwillige Feuerwehr Seulingen bei der Einweihung des neuen Gerätehauses im Jahr 1953. Auf dem Bild ist auch der Spielmannszug von damals zu sehen.

Hintere Reihe v. L. n. R.:           

F.Adler, A. Jung, R.Freckmann, R.Muthig, P.Regenhardt, V.Wucherpfennig, F.Rust, J.Kurth, J.Rappe, M.Jung, B.Nachtwey

Mitte:

H.Jagemann, F.Busch, H.-T.Stollberg, B.Bodmann, F.Dunkel, W.Nordmann, F.Rust, L.Koslowski, K.Schulz, F.Senger

Vordere Reihe:

H.Busch, H.Schroeder, E.Jagemann, J.Hagemann, P.Schmidt, N.Beuleke, R.Nachtwey, W.Schauenberg, W.Goebhardt, A.Hagemann, H.Kellner, J.Hübenthal, K.-H.Klages

links sitzend

Hermann Rink, Unterkreisbrandmeister im Atlkreis Duderstadt

rechts sitzend

Johannes Jung, ehemaliger Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Seulingen

Freiwillige Feuerwehr Seulingen; Am Eutschenpfuhl 1; 37136 Seulingen